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Saving Facebook Spätfrühlings-Edition 2018

100 gespeicherte Links zu Streit- und Forschungsthemen der letzten Wochen, mit Film und Musik.

Anna Schott schildert ihre Erfahrungen damit, eine Vergewaltigung anzuzeigen – und ihre Entschlossenheit trotz alledem. “Das Sprechen über Leid, und das Stärke gewinnen aus dem Sprechen über Leid ist für eine Gruppe, für die „eine gewisse Härte und Kälte […] ausdrücklich geboten“ sind, Ausdruck emotionaler Manipulation”, attestiert Veronika Kracher aufrechten postantideutschen Streitern gegen falschen Feminismus. In der New York Times wird laut überlegt, dass in Zukunft Sexarbeit*r und Roboter eine sexuelle Umverteilung leisten müssen, um den Terror der “unfreiwillig Zölibatären” zu verhindern: “The Redistribution of Sex”. Aditi Natasha Kini verfolgt, wie Reddit zur Indoktrinierung junger Männer in Richtung Misogynie genutzt wird. Pakistans Parlament beschließt Gesetz zur rechtlichen Gleichstellung von Transpersonen: “The Transgender Persons (Protection of Rights) Act allows people to choose their gender and to have that identity recognized on official documents, including national IDs, passports and driver’s licenses. The bill also prohibits discrimination in schools, at work, on public modes of transit and while receiving medical care. The measure also says that transgender people cannot be deprived of the right to vote or run for office. It lays out their rights to inheritance, in accordance with their chosen gender. And it obligates the government to establish ‘Protection Centers and Safe Houses’ — along with separate prisons, jails or places of confinement. Mehlab Jameel is an activist in Lahore, Pakistan, who helped write the bill. ‘I heard about this yesterday morning and I was in a state of shock because I never thought something like this could happen within my own life in Pakistan,’ she told NPR. ‘This kind of development is not only unprecedented in Pakistani history, but it’s one of the most progressive laws in the whole world.'”


Kate Nash: Life in Pink (Express Yourself)

Es gibt ein aktualisiertes Lust-Angst-Modell von Sex nach Emily Nagoski: Everyone’s arousal works like this. Zum vierten Band von Michel Foucaults «Sexualität und Wahrheit», jüngst aus dem Nachlass veröffentlicht: “Gab es Sex im Paradies?” – Christentum und Bürgertum definieren den richtigen Sex. Barbara Nagel versucht, Flirten klarer von Belästigung und Übergriff zu trennen und es als Mittel der Verbindung und der Untergrabung von Autorität stark zu machen. Sex auf dem Mars könnte eine neue Spezies Mensch erzeugen – wenn er überhaupt funktionieren sollte. Das HIV-Präventionsmittel (PrEP) Truvada kostet in der 30er-Packung nicht mehr 819€ sondern nur noch 70€. Aus der Geschichte der Sexualforschung die Theorie zum Abstand zwischen Klitoris und Harnröhrenmündung: “je näher die Klitoris zu Harnröhrenmündung lag, desto häufiger erlebten die betroffenen Frauen einen Orgasmus”.


aus der aktuellen “titanic”

“Der Nationalismus war immer ein bürgerlich-kapitalistisches Projekt, das nur da mitunter gesellschaftliche Fortschritte brachte, wo es sich noch um die Entwicklung zu kapitalistischen Produktionsverhältnissen und der entsprechenden Produktionsweise durch Wirtschaftsprotektionismus handelte. In entwickelten kapitalistischen Ländern wird der Nationalismus zu einer Ideologie, die „Wirtschaftskriege“ und möglicherweise richtige Kriege zwischen ihnen vorbereitet.” Robert Schlosser: Wie nationalistisch ist das Kapital heute?

“Gegen einen Kommunismus des weißen Mannes”Kofi Shakur schreibt darüber, wie die Komintern die antirassistische Politik der Kommunistischen Partei der USA beeinflusste. Der ORF wollte dieses Interview mit Bini Adamczak (leider ganz ohne Klassen und Klassenkampf) wegen Verdacht auf Interventionistische-Linke-Mitgliedschaft nicht. In Sachsen wird Jagd auf linke Politiker gemacht. Sonst viel Witze über Snowflakes. Die StuRa-Stellungnahme zur Ausladung von Thomas Maul, der ND-Bericht zur Maul-Veranstaltung im Conne Island mit Wiedergabe von Kritik, die in weiten Teilen meinem Bahamas-Posting von 2011 folgt. Eine andere Kritiklinie macht Felix Bartels auf Salonkommunisten auf: Being A Bat – Ideologiekritik und der Tritt in den Abgrund. Auch Schnittler schreibt zum aktuellen Konflikt zwischen “Rechtsantideutschen” und “Linksantideutschen”, vor allem zur vernachlässigten Klassenanalyse.


Europe’s most fortified border is in Africa: Melilla/Marokko

Studie findet keine Zunahme von Antisemitismus in Europa durch Flucht und Migration: “Antisemitismus ist kein allgemeines Merkmal von Muslimen” (Dazu auch: “Im Islam gibt es keinen traditionellen Antisemitismus”.) Jair Rosenberg hat versucht, den aktuellen Israel-Palästina-Konflikt jenseits der parteiischen Erzählungen aufzudröseln: 13 Inconvenient Truths About What Has Been Happening in Gaza.. Studie zu Gläubigen und Konfessionslosen findet: Christen sind skeptischer gegenüber Migranten. “Ob Katholik oder Protestant: Wenn es um Zuwanderer, den Islam und das Nationalgefühl geht, unterscheiden sich Gläubige in ihren Ansichten deutlich von Konfessionslosen.” Einem Stuttgarter Anwalt, der Flüchtlinge vertritt, schlägt derzeit eine Welle des Hasses entgegen. Zuletzt hatte er den togolesischen Asylbewerber vertreten, dessen gewaltsam verhinderte Abschiebung für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Ungleichland-Clip zeigt kurz die Mietentwicklung, Wohneigentumsverteilung – und dass Leipzig fast komplett Leuten von woanders gehört. (Guardian: Berlin tops the world as city with the fastest rising property prices – 20,5%) – “Ja, viele Westdeutsche haben Türken, Italienern und Ostdeutschen gleichsam unterstellt, sie hätten nie gelernt, richtig zu arbeiten. Oder die Reaktion, wenn jemand über Ungleichheit spricht. Jammer-Ossis heißt es bei den Ostdeutschen, Opferperspektive bei Migranten. Auch der Vorwurf, hier nicht richtig angekommen zu sein, ist ähnlich. Ebenso wie der, sich in der sozialen Hängematte auszuruhen und von Sozialleistungen oder dem Soli zu leben. Sogar der Vorwurf, nicht demokratiekompatibel zu sein.” Naika Foroutan: Ostdeutsche sind auch Migranten – Antwort darauf: “Heute, mehr als 28 Jahre nach dem Mauerfall, erkenne ich Ost-Leute immer noch, vielleicht mehr denn je. Es ist ein bestimmtes Sozialverhalten, eine Art, unauffällig und zugleich aufmerksam zu sein, das Geschirr zurückzustellen, sich die Hand zu geben und natürlich die gemeinsame Sprache, die mit den Jahrzehnten nicht verschwunden ist… Mein Ost-Feeling geht aber nicht so weit, dass ich den ostdeutschen Rassismus als Gegenwehr gegen das westdeutsche Establishment verteidige” Angelika Nguyen: Doppelt heimatlos“Der Osten. Diese Landschaft ohne eigene Elite, ohne eigene Publizistik, ein Landstrich im Begriff, die Spuren der eigenen Geschichte demontiert zu bekommen.” – MZ: “Wessi, geh doch rüber“.


Fieser Ohrwurm, leicht schwindelerregendes Video (via Lena Broiler)

Opel-Belegschaft Eisenach vertreibt Höcke. Lipton/Unilever-Belegschaft besetzt französische Teefabrik, übernimmt sie nach 1336 Tagen und singt die Internationale dazu. Boots Riley bringt Klassenkampf nach Hollywood: “Sorry to Bother You” comes out in wide release in July. The film is visually ingenious and funny, yet grounded by pointed arguments about the obstacles to black success in America, the power of strikes and the soul-draining predations of capitalism. A self-described communist since his teens, Riley has said he aims “to help build a mass movement that can use withholding of labor as a strategy for social change.”Repression gegen U-Bahn-Streik in Buenos Aires – und die Antwort: Bezahlschranken auf! – Doku über die Revolution in Bolivien 1952 heißt “Sin Patrón”. – Maja Bogojevic ist Arbeiterkind und Studentin. – Ralf Hoffrogge bei Radio Corax zur Geschichte des DGB und dem “Parlament der Arbeit”, dem DGB-Bundeskongress. – “Es gibt heute mehr Sklaven als zur Zeit des Sklavenhandels”


Anteil der Arbeitskräfte, die im Hauptjob mehr als 60 Stunden/Woche arbeiten (OECD)

Marx in der Teen Vogue: “Marx says we live under capitalism [but] capitalism has not always existed,” Ciccariello-Maher tells Teen Vogue. “It’s something that came into being and something that, as a result, just on a logical level, could disappear, could be overthrown, could be abolished, could be irrelevant. There’s this myth of the free market, but Marx shows very clearly that capitalism emerged through a state of violence.” (Dagegen Marx im Vorwärts: “Der Marxismus als erlösende Weltanschauung, als proletarische Revolutionslehre und Staatssozialismus ist tot, jedoch bleibt die Marxsche Erkenntnis, dass die Destruktionskräfte des reinen Kapitalismus umso verheerender sind, desto reiner die Kapitallogik herrscht, ein Leitgedanke der sozialdemokratischen Politik.” Marx in der Bild: “Marx schrieb das Kapital gar nicht selbst!”. Marx bei arte: “Nein, diese Drombuschs!”)

Erstaunlich lustig: “Manifest der kommunistischen Partei to go (Marx und Engels in 4,5 Minuten)” – Niki Matita im Gespräch mit Thomas Herbst über sein Label Karlrecords und den aktuellen Sampler „Karl Marx’ 200th“ mit Titeln von über 30 KünstlerInnen. – David Harvey schreibt über eine Buchveröffentlichung, die “Das Kapital” u.a. mithilfe von Dantes “Inferno” betrachtet und gibt dazu einige seiner Erfahrungen aus der Marx-Vermittlung wieder. Und es gibt für die Lektürebegleitung Ed George’s Reading Marx Blog, hier zu Band zwei des “Kapital”.


aus der aktuellen “titanic”

Diesen Vortrag mit Prof. Dr. W. Borodziej hätte ich gern gesehen: “Der polnische Realsozialismus, oder wie die Polen sagen “Pe-eR-eL”, hatte durchaus eine polnische Note, ja einen polnischen Stil, aber auch einen polnischen Nachgeschmack. Er unterschied sich in vielen Bereichen von der DDR.” – Richard Schubert über die fünf Säulen linker Popularität: Realpolitik, Geistigkeit, ökonomische Experimente, Volkstribune, Terrorismus (Mischung aus Hauptmann von Köpenick, Robin Hood und Batman). – Dehm: “Bei den Sexarbeitern habe ich mich sofort entschuldigt, weil deren Tätigkeit allemal moralischer ist als die von prostituierten Kriegsvorbereitern.”Michael Waßmann, Linksjugend Sachsen-Anhalt: “Als könne man nicht für die älteren, weißen Herrschaften gute Pflege und ordentliche Rente fordern und gleichzeitig ein Problem damit haben, wenn nur diese Bevölkerungsgruppe Zugang zu Posten im Bundesinnenministerium hat.” – Hier will jemand Autonome komplett verwerfen: Zum Ende einer Bewegung und eines Organisationsansatzes. – Lukas Nicolaisen von der Fachstelle Naturschutz und Rechtsextremismus über nationalistische Quellen von Umweltthemen wie Überbevölkerung, Degrowth, “gebietsfremde Arten”: „Naturschutz ist nicht per se links“.


Dieter Bohlen: Die Grundidee vom Kommunismus ist ja voll geil

Zur Polizei-PR: “Marcus da Gloria Martins ist in München in die Kritik geraten, nachdem er als neuesten Öffentlichkeitsclou der Pressestelle der Polizei München zu einer geplanten “Großübung”, die u.a. am Hauptbahnhof zu verschiedenen Einschränkungen führen sollte, im Stile des Embedded Journalism druck- und sendefertige Berichte mit eingespielten Interviews an Redaktionen schickte – die Fragen hatten sich die auskunftgebenden Beamten praktischerweise selbst gestellt.” In Görlitz interviewt der Polizeisprecher seinen Chef einfach selbst – und die Sächsische Zeitung veröffentlicht es. Netzpolitik über die Polizei in sozialen Netzwerken: Influencer in Uniform: Wenn die Exekutive viral geht. Und hier läuft einer spektakulär vor der Polizei davon. – AfD-Poggenburg leitet Kommission gegen Linksextremismus. Identitäre betreiben eine “Hilfsorganisation” namens AHA im Libanon. Die Bundeswehr bei der rp18 – eine Chronologie. (Selbst nicht gesehen: Playlist mit allen re:publica-Veranstaltungen)

Erster direkter Güterzug von China nach Österreich trifft ein. – Kurzabriss: The World According to Alex Jones (Infographic Explainer). – Alex Jones bricht nach Zurückweisung von Trump zusammen. – Bei “Full Frontal” mit Samantha Bee gab’s unter anderem Guerilla-Wiederaufforstung in Puerto Rico mit Amy Hoggart. – Ist Hexenmystik als emanzipatorische Praxis? – Vortrag von Marcel Stoetzler: “The theory of antisemitism in Horkheimer and Adorno’s Dialectic of Enlightenment”. – Der junge Sheldon Cooper studiert Religion. – Wie ein Horrofilm aussehen würde, wenn nur Schwarze in ihm spielen würden. – And a seriously cool illusion .


Magnetic Games: Nice slow-motion footage of smaller magnets engulfing larger magnets.

Warum Menschen keine dicken Augenbrauenwülste mehr haben: “Im immer haarloseren Gesicht von Homo sapiens habe es immer bessere Möglichkeiten für eine subtilere Körpersprache gegeben, um etwa Gefühle zu signalisieren. Diese Veränderungen des Gesichts hätten es auch möglich gemacht, soziale Fähigkeiten weiterzuentwickeln, die für kooperatives Verhalten in der Gruppe nötig sind und wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Homo sapiens waren.” – Kognitionswissenschaftlerin Lera Boroditsky: How language shapes the way we think – von Aboriginies in Australien, die Himmelsrichtungen statt links/rechts-Angaben verwenden bis zu den zahlreichen Wörtern für Blau im Russischen. – Ein Leerzeichen zwischen jedem Satz, hieß es. Das hat die Wissenschaft nun widerlegt.Why Rich Kids Are So Good at the Marshmallow Test: “Ultimately, the new study finds limited support for the idea that being able to delay gratification leads to better outcomes. Instead, it suggests that the capacity to hold out for a second marshmallow is shaped in large part by a child’s social and economic background—and, in turn, that that background, not the ability to delay gratification, is what’s behind kids’ long-term success.”

Echtzeit-MRT-Film zeigt live die Bewegungen im Mund- und Rachenraum beim Sprechen. Animation zeigt, wie Sauerstoff in ein Vogelei kommt. Dieser Roboter kann eine Tür aufmachen und für einen anderen Roboter aufhalten.


Lady Gaga: “Fuck, such a hangover, but those paparazzi are out there, let’s get through with it and try to make it look like art…”

Das Gehirn setzt immer mal wieder aus, um sich selbst zu berauschen und so aufzuräumen, wenn es dazu keine Gelegenheit (Schlaf) bekommt: Wissenschaft nennt es Microsleep. – Er hier meint, auf Keta Engel zu treffen, sieht den Punkt an Psychedelika darin herauszufinden “what is real”. Interview mit Matthias Liechti vom Unispital Basel über LSD: “Innerhalb der bekannten Netzwerke nimmt die Kommunikation also ab, dafür sieht man eine erhöhte funktionelle Verbindung zwischen Zonen, die sonst kaum miteinander kommunizieren. So kommt es, dass man Töne sehen kann, Musik fühlt und alles stärker in die Gefühlswelt hineingeht. Das Gehirn wird einmal durchgeschüttelt.”

Die Erde hat sich einen zweiten Mond eingefangen, sagt die NASA – einen Minimond namens “Asteroid 2016 HO3”. – Die detaillierteste Karte des Universums bisher. Lyta Gold fragt, What is Star Trek without the socialism?: “It suggested that in the distant future, we might look back on this era as a regrettable period where humans were childishly, tragically wrong about so much, especially capitalism and the necessity of violence. And then we’ll go on dorky space adventures.” – How Soviet Artists Imagined Communist Life in Space.


“This mini-planet cleared dust from the floor, while its form reminded its user of the USSR’s space capabilities.”

Dance Dance Revolution, The Insurrectionary Politics of Shaking It: “As dancers experience ecstatic and extraordinary states of mind which are anathema to routine alienated consumption, they realize, if only semi-consciously, and for brief moments, that the truly rewarding things in life are not money, shopping, or status. Perhaps in some ways, the 12,000-year-old oppressive walls of hierarchical civilization can be dismantled, and … capitalism can be cured, simply by joyful hip-shaking.”

Lots more hip shaking: Happy International Dance Day! – Schöne Doku über DJ Marcelle van Hoof und wie sie Platten auflegt. – Achselhöhlen-Beatbox. – Indian Street Metal. – Clowncore. – Die innere Screamo Band einer Mutter. – Amalie Bruun (Myrkur) über Metal, Kunst und Drohungen. – Surfrajettes covern “Toxic” von Britney Spears.


Ein wirkliches Hupkonzert: das Mécanophone!

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl